Fietsallee am Nordkanal
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Vom Rheinpark zur Erlebnisbrücke

Beginnen Sie Ihre Fietsallee-Tour wie der französische Ingenieur Amable Hageau es für den Nordkanal vorsah: An der Rheinmündung der Erft bei Grimlinghausen. Wo heute Sportboote im Hafenbecken schaukeln, sollten einst die Frachtschiffe vor Anker gehen. Um der Schifffahrt sowohl bei Niedrigwasser als auch beim höchsten schiffbaren Wasserstand die Einfahrt in den Kanal zu ermöglichen, war hier eine Eingangsschleuse vorgesehen. Das Bauwerk wurde jedoch niemals begonnen. In der kurzen Zeit des Betriebs auf dem Kanal mussten die Güter Mitte des 19. Jahrhunderts recht umständlich von den Rheinschiffen auf die Kanalschiffe umgeladen werden.

Im Stadtgebiet von Neuss führt die Fietsallee zunächst über den Scheibendamm und am alten Brückenwärterhäuschen vorbei. Vor Erreichen des Stadtgartens gibt es ein bemerkenswertes Bauwerk der damaligen Zeit zu bewundern: Das Entlastungbauwerk "Epanchoir" dokumentiert noch 200 Jahre später die großartige technische Leistung der französischen Ingenieure. Ab hier ist die Fietsallee stets begeleitet vom Wasserlauf des ehemaligen Kanals.

In jedem Fall sei auch ein Abstecher in die Neusser Innenstadt empfohlen, wo es einiges zu sehen und zu erleben gibt. Tauchen Sie ein in das lebendige Treiben am Markt oder genießen Sie die Ruhe des Clemens-Sels-Museums.

Auch auf dem Weg von Neuss nach Kaarst begleitet das Wasser des Nordkanals schnurgerade die Fietsallee und erinnert an das große Kanalvorhaben, das niemals vollständig beendet wurde.

Für die Dämme des Kanals fand man nach Einstellung der Schifffahrt sinnvolle Verwendung: Sie dienten der Anlage von Bahntrassen. Und wo früher die Loks dampften, nutzt heute die moderne Regiobahn die alte Schienenführung.

Die Fietsallee zieht nun durch offene grüne Landschaft, stets begleitet vom Wasser des Nordkanals.
An die Vernässung des Umlandes durch aussickerndes Kanalwasser erinnert hier heute nichts mehr. Als aber Mitte des 19. Jahrhunderts der Kanal für kurze Zeit schiffbar gemacht wurde, mussten die Betreiber den Wasserspiegel durch Überstauung erhöhen, um den für die Schiffe nötigen Tiefgang zu erreichen. Das nie richtig fertig gestellte Kanalbett konnte dem starken Druck nicht ausreichend standhalten. So entwich das Wasser zu den Seiten und flutete auch das nahe gelegene Trietbachtal. Angrenzende Wiesen vernässten, einzelne Grundstücke wurden gar vollkommen unbrauchbar.
Wem jetzt der Sinn nach einer kühlen Erfrischung steht, dem sei der Besuch eines der zahlreichen Biergärten empfohlen.

Der Rastplatz in Willich markiert den Endpunkt des wasserführenden Abschnitts des Nordkanals. Hier löschten vor gut 200 Jahren die Schiffer ihre Ladung. Die Kohle, die auf diesem Wege an den Niederrhein gebracht wurde, musste auf Pferdekarren umgeladen werden und zu einem an der Straße Neersen - Gladbach gelegenen Kohlelager transportiert werden. Von hier aus wurde das Hinterland mit dem begehrten Brennstoff versorgt.

Entlang der Niers verläuft die Fietsallee nun abseits von Straßen durch Wiesen und Felder. Dem kleinen Flüsschen fiel bei den Planungen zum Nordkanal eine sehr wichtige Rolle zu: Gemeinsam mit der Erft sollte es den Kanal mit Wasser speisen.
Am Kreuzungspunkt der geplanten Kanaltrasse mit der Niers wartet ein besonderes Bonbon auf "zugkräftigen" Besuch: eine Erlebnisbrücke nach historischem Vorbild. Viel Spaß beim Queren!

Nur ein paar Minuten des Weges entlang der Niers trennen die Erlebnisbrücke von dem nächsten Rastplatz am Klärwerk. Hier informieren Tafeln des Niersverbandes über den historischen Nordkanal.


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